Wolfgang Rössig

Phang Nga Bucht

Scaramangas Reich

Wolfgang Rössig ⚫ 17. Nov 2017

Zwar liegt die etwa 400 Quadratkilometer große Bucht von Phang Nga viel zu nah bei der Ferieninsel Phuket, um noch unentdeckt zu sein. Und dennoch: Hier kommen selbst abgebrühte Farangs feuchte Augen. Diese Welt aus über hundert grün überzogenen bizarren, bis zu 350 Meter hoch aus dem - jedenfalls in den Wintermonaten - tiefblau und türkis schimmernden Meer ragen, ist eines der größten Naturwunder Asiens und selbstredend Naturerbe der Menschheit.

Mit einer Dschunke wie der June Bahtra, deren rostbraune Drachensegel sich romantisch in diese an chinesische Tuschzeichnungen erinnernde Landschaft einfügen, fährt man mitten hinein in dieses einzigartige Archipel, natürlich auch zur berühmten Insel Ko Khao Phing Kan, auf der 1974 James Bond und Scaramanga ihr berühmten Pistolenduell austrugen. In der Inselbucht ragt der bizarre, 180 Meter hohe Felsen Ko Tapu (»Nagelinsel«) noch immer kerzengerade aus dem Meer, obwohl er im Film »Der Mann mit dem goldenen Colt« doch eigentlich in die Luft flog. Wer nicht früh genug aufgestanden ist, bekommt das Motiv aber nur mit unzähligen anderen posierenden Touristen aufs Bild. Aber das ist dann auch schon egal, denn ab dem späten Vormittag verblassen die auf den Postkarten so eindrucksvollen Farben ohnehin.

Zauberwelt der Hongs

In die unzähligen Höhlen und Grotten kommt man nur mit den kleinen, wendigen Langbooten, die leider mit ihren dezibelstarken Zweitaktmotoren die Idylle trüben. Beliebt sind mehrtägige Kanutrips, bei denen ein »Mutterschiff« mitfährt, um den Kanuten längere Anfahrtswege zu ersparen. Vor manchen Hongs (»Zimmer«), wie diese vor etwa 130 Millionen Jahren gebildeten, von einfallendem Tageslicht erhellten Kalksteinhöhlen heißen, geht es allerdings inzwischen zu wie zur Rush Hour in Bangkok. Nach der oft klaustrophobisch anmutenden Durchfahrt landet man in einer von senkrechten Felsen umschlossenen Lagune und wer den Gezeitenkalender der Andamanen nicht verinnerlicht hat, muss unter Umständen warten, bis die Flut wieder abgelaufen ist.

Manche Inseln sind an die »Vogelnestermafia« verpachtet. Der kommt man besser nicht zu nahe, denn die Seenomaden halten unliebsame Besucher, die ihrer Meinung nach die Vögel verscheuchen, durchaus auch mit Gewehrschüssen auf Distanz. Wirklich bewohnt ist aber nur eine Insel: Ko Panyi. Hier leben 120 Familien in Hütten, die auf Mangrovenpfählen vor einem riesigen Kalksteinfelsen über dem Wasser erbaut wurde. Strom und fließendes Wasser gibt es nicht, man lebt vom Verkauf von Fischsauce, getrockneten Garnelen und Krebspaste. Halt nein, das muss aus einem alten Reiseführer stammen. Die wahre Welt in diesem Moslemdorf sieht inzwischen so aus, dass hier die Tourgruppen mit überteuerten Meeresfrüchten abgefüttert werden und an den Ständen grotesker Souvenirtand auf Käufer wartet. Wie das Leben hier wohl abends aussieht, wenn das letzte Boot verschwunden ist?

Praktische Infos

Tourist Information

Thailändisches Fremdenverkehrsamt

Bethmannstr. 58
D-60311 Frankfurt/Main

+49 69 1381390
www.thailandtourismus.de

TAT Phuket Office

191 Thanon Thalang
Phuket Town

+66 76 21 1036
tatphket@tat.or.th

Anreise

Mit dem Flugzeug:

Direktflüge von Deutschland landen auf dem Phuket International Airport, 32 km nördlich von Phuket Town.

Mit dem Bus:

Von der Phuket Bus Station 2 (4 km nördl. von Phuket Town) fahren Busse nach Phang Nga (1½ Std.). Hier, aber auch von Phuket selbst starten Ausflugsboote in die Phang Nga Bucht

Veranstalter

Als erfahrenster Kanu-Veranstalter sehr zu empfehlen ist John Gray's Sea Canoe in Phuket.

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