Wolfgang Rössig

Palenque

Mayatempel im Urwald

Wolfgang Rössig ⚫ 17. Nov 2017

Vielen Mexikoreisenden gilt Palenque, das von den spanischen Eroberern nie entdeckt wurde, als die schönste aller Ruinenstädte. Seine Lage im dichten Regenwald am Fuß der Chiapas-Berge ist in der Tat unvergleichlich. Lange Zeit lag die Geschichte von Palenque (span. „Befestigte Häuser“) völlig im Dunklen. Man wusste zwar, dass Palenque bereits vor der Zeitenwende, also in prä­klassischer Zeit, bewohnt war, aber seinen Höhepunkt nicht vor dem 6. Jahrhundert n.Chr. erlebte. Inzwischen sind aber auch die in Palenque so zahlreich eingemeißelten Glyphen kein Buch mit sieben Siegeln mehr.

Seine Blütezeit erlebte Palenque unter den Herrschern Pakal („Schild“), Chan Bahlum („Schlange-Jaguar“) und K'an Xul im 7. Jahrhundert. Chan Bahlum setzte seinem Vater mit der berühmten Pyramide der Inschriften ein unvergleichliches Denkmal, auf dem er die Vorgänge bei der Erschaffung der Welt beschrieb. Kaum ein Tourist versäumt es, den feuchten Gang in das berühmte Grab von Palenque hinabzusteigen, um die großartige Grabplatte Pakals zu bewundern, deren gesamte Oberfläche mit einem eingemeißelten Relief des jungen, als Maisgott stilisierten Herrschers und kosmologischen Symbolen des Erdmonsters bedeckt ist.

Nicht minder faszinierend ist die Besichtigung des sog. Palacio mit seinen verwirrend ineinander verschachtelten Bauten und einem eleganten, 15 Meter hohen dreistöckigen Turm, der einzigartig in der mesoamerikanischen Architektur ist. Der Aufstieg lohnt sich aufgrund des herrlichen Blicks auf die gesamte Ruinenanlage. Palenque besitzt noch viele weitere kleinere Tempel, und im Museum des Besucherzentrums sind wertvolle Funde zu besichtigen, darunter der berühmte, im Nordgebäude des Palacio gefundene Tablero del Palacio: eine mit Flachreliefs verzierte feine Kalksteintafel, die eine Inthronisationsszene zeigt.

Bonampak und Yaxchilán

Bonampak
Bonampak

Inzwischen über eine gute Straße zu erreichen ist die lange tief im Regenwald der Lacandonen verborgene kleine Ruinenstadt Bonampak. Neben einigen sehr kunstvollen Stelen und Türstürze sind in drei nebeneinander liegenden Tempeln die bedeutendsten, über 1200 Jahre alten Wandmalereien der Maya erhalten. Heute erstrahlt die „Sixtinische Kapelle“ der Maya im restaurierten Glanz. In leuchtenden Mineral- und Pflanzenfarben rollen faszinierende Szenen aus dem Leben der Maya ab. Man erkennt Vorbereitungen für Tanzfeierlichkeiten mit reichgeschmückten Würdenträgern, Götterdarstellern mit Tiermasken und Musikanten, Krieg und Gefangennahme von Gegnern, Zurschaustellung und Selbstopferung der Gefangenen und Opferzeremonien der Sieger. Ein Häuptling durchbohrt seine Zunge mit spitzen Dornen, und sein Blut wird in einer Schale aufgefangen. Zusammen mit kautschukgetränkter Rinde und Kopa-Weihrauch wird es zu Ehren der Götter verbrannt werden.

Diese Blutopferzeremonien finden sich auch auf vielen Türstürzen der am Usumacinta, dem Grenzfluss zwischen Mexiko und Guatemala gelegenen Urwaldstätte Yaxchilán („Ort der grünen Steine“), die inzwischen auch von Bonampak mit dem Auto zu erreichen ist. Ein Bootsfahrt auf dem Usumacinta gehört dazu. Architektonisches Glanzstück ist das „Palast des Königs“ genannte Bauwerk auf einer vom Hauptplatz aus über Treppen zu erreichenden Anhöhe, das sich durch einen gewaltigen Dachkamm auszeichnet. Besonders sehenswert sind die fein gemeißelten Türstürze der drei Eingänge, die Riten der Initiation, der Inthronisation und das Blutopfer von Herrscher Vogel-Jaguar, seines Sohns und seiner Ehefrau Groß-Schädel-Null zeigt, die um 757 n. Chr. stattfanden. Ähnliche Motive findet man auf weiteren Oberschwellen der vielen im Urwald verstreuten Tempel.

Praktische Infos

Tourist Information

Visit Mexico

www.visitmexico.com

Beste Reisezeit

Die günstigste Reisezeit für alle Stätten liegt zwischen Dezember und April. Dann ist es in Chiapas nicht ganz so feucht.

Einreisebestimmungen

Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen zur Einreise in Mexico einen noch mindestens 6 Monate gültigen, Reisepass.

Anreise

Mit dem Flugzeug:

Flüge von Europa nach Mexico City oder Cancún, von dort Inlandsflüge nach Villahermosa. Von dort fahren häufig Busse nach Palenque

Unterkunft

Chan Kah Resort Village

Km 3 Carretera Ruinas S/N, Palenque

+52 (916) 3451134
www.chan-kah.com.mx

Schönes, in den Urwald integriertes ökologisches Resort in der Nähe des Eingangs zur Ruinenstätte. Sehr komfortable Zimmer und Suiten in Casitas,. Riesiger, in Steine gefasster Pool mit Urwaldgarten und Open-Air-Restaurant. Der Resort arrangiert u.a. Ausflüge nach Bonampak und Yaxchilán.

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