Wolfgang Rössig

Cueva de las Manos

Hände der Urzeit

Wolfgang Rössig ⚫ 17. Nov 2017

Schon die Umgebung der weltberühmten Cueva de las Manos beeindruckt: Ein sattgrünes Flusstal durchzieht den Cañón de oder del Río Pinturas, dessen Felsen mit schwarzen Basaltbändern, rostroten Sandsteinschichen und weißen bis ockerfarbenen Sedimentablagerungen von der geologischen Geschichte der Region erzählen. Am nächsten kommt man diesem Naturspektakel auf dem 18 km langen, auch ohne Führer möglichen Trek von der Estancia Cueva de las Manos bis zur Höhle, auf dem man den Río Pinturas auf einer Hängebrücke überquert. Besonders im Morgen- und Abendlicht wird der Anblick der Schlucht zum unvergesslichen Erlebnis und ist daher der direkten Anfahrt zum Haupteingang vorzuziehen.

Fast 90 m über der gewundenen Schlucht prangt das Unesco-Weltkulturerbe an 10 m hohen Felsüberhängen. Im Sonnenlicht leuchten sensationell gut erhaltene Zeichnungen, darunter 829 Hände in Rot, Gelb und Ocker. Die Künstler hielten ihre — fast ausschließlich linken — Hände an die Felsen. Dann bliesen sie vermutlich aus einem Rohr schwarze, weiße, rote und braune Farbe, die aus Erde, Kohle und mineralhaltigen Calafate-Beeren gewonnen wurde, auf die natürliche Schablone auf. Man findet aber auch direkte Handabdrücke, mitunter sogar mit vier oder sechs Fingern. Abschließend bestrich man die Zeichnungen mit einem Gemisch aus Guanako-Fett und Urin. Mit dieser wasserdichten Schicht konnten die Malereien die Jahrtausende überdauern. Da frühere Besucher sich mit Graffitis verewigt haben, sind die Zeichnungen heute mit Sperrgittern geschützt.

13 000 Jahre Kunstgeschichte

Cañón del Río Pinturas

Nach ausgiebigen Radiokohlenstoffdatierungen unterscheiden Wissenschaftler drei bis vier verschiedene Epochen. Die ältesten Darstellungen aus der Tóldense-Kultur („Stilgruppe A“) sind demnach bis zu 13 000 Jahre alt, die jüngsten, von frühen Tehuelche-Gruppen angefertigten Malereien — besonders geometrische Figuren, Kreise und Zickzackdekor — datieren etwa von 1300 v. Chr. Über die Bedeutung der Malereien wird viel spekuliert: Sind sie Zeugnisse von Übergangsriten oder religiösen Zeremonien vor der Jagd? Besonders interessant ist eine Jagdszene, die wohl in der Schlucht des Río Pinturas spielt. Rätsel geben auch die häufigen Darstellungen trächtiger Guanakos auf, die auf frühe Halb-Domestizierungen hindeuten könnten.

Praktische Infos

Tourist Information

Instituto Nacional de Promoción Turística

www.argentina.travel

Cueva de las Manos

www.cuevadelasmanos.org

Der Besuch der etwa 600 m langen Felsüberhänge ist nur mit Führer möglich (Nov-April tgl. 9-19, sonst 9-17 Uhr, Führung stdl. bzw. alle 2 Std.). Vor Ort sind Getränke und Sandwiches erhältlich.

Beste Reisezeit

Die klimatisch günstigste Reisezeit für einen Besuch Patagoniens liegt zwischen Oktober und April.

Einreisebestimmungen

Deutsche, Österreicher und Schweizer benötigen zur Einreise in Argentinien für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen lediglich einen noch mindestens 6 Monate gültigen Reisepass.

Anreise

Mit Flugzeug und Bus

Lufthansa fliegt von Frankfurt direkt nach Buenos Aires (EZE). Außerdem Verbindungen u.a. mit Iberia (über Madrid) und Air France (über Paris). Von Buenos Aires Inlandsflüge nach Bariloche oder Esquel im nordpatagonischen Seengebiet. Dort nimmt man am besten einen Mietwagen. Busse fahren auf der Ruta 40 von Bariloche über Esquel nach Perito Moreno. Von dort geht es noch weitere 124 km südwärts auf der RN 40. Etwa 3 km vor Bajo Caracoles zweigt die Schotterpiste RP 97 nach Nordosten ab. Dieser folgt man noch etwa 45 km bis zum Parkplatz. Von dort führt dann ein Fußweg zum Centro de Visitantes und zu den Höhlen. In Perito Moreno organisiert Zoyen Turismo Tagesausflüge zur Cueva de las Manos.

Übernachtung

Estancia Cueva de las Manos

60 km südl. von Perito Moreno, 7 km abseits der RN 40

+54 2963 432207
www.cuevadelasmanos.net

Die Hostería bietet zwischen November und Ostern recht komfortable Zimmer sowie Cabañas für 6 Personen. Die Estancia organisiert Ausflüge, Ausritte und Trekkingtouren zur 18 km entfernten Höhle und zum weiter entfernten Alero de Charcamata. Hier sind ebenfalls Felszeichnungen (9300-3700 v. Chr.) zu sehen, ohne Sperrgitter.

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