Wolfgang Rössig

Antarktis

Abenteuer Antarktis

Wolfgang Rössig ⚫ 17. Nov 2017

Ushuaia gilt als Tor zur Antarktis, deren Küste von hier „nur“ 1000 km entfernt liegt. Kreuzfahrten über die stürmische Drake-Passage an die eisige Küste des Sechsten Kontinents werden immer beliebter, trotz der meist astronomischen Preise. Die besonders weit nach Norden hinausragende Antarktische Halbinsel mit ihrer traumhaft schönen Küstenlandschaft ist mit dem Schiff in zwei bis drei Tagen zu erreichen. Die meisten Antarktistouristen haben die Reise schon in der Heimat gebucht und wenigstens 6000 Euro dafür ausgegeben.

Ushuaia galt lange als „Geheimtipp“ für preiswerte Last-Minute-Angebote. Die gibt es noch, aber selbst im November und im März, wenn die ersten bzw. letzten Schiffe fahren, ist die Nachfrage inzwischen groß. Das günstigste „Schnäppchen“, das im März 2017 in Ushuaia zu haben war, kostete US$5000 für eine Woche, Abfahrt binnen weniger Tage. Die Preise steigen weiter, da das Angebot aus Umweltschutzgründen immer weiter verknappt wird. Warme Kleidung und alles, was man sonst noch braucht, kann man in Ushuaia kaufen und vielfach auch leihen.

Ökologische Fragen

Antarktis

Eisberge und Pinguine: Sind sie das Geld wert? Enttäuschte Rückkehrer trifft man in den Bars von Ushuaia jedenfalls selten. Umweltschützer kritisieren — leider nicht zu unrecht — die Schäden, die derart viele Touristen in einem so fragilen Ökosystem anrichten, in dem es genau zwei Blumenarten gibt. Immer lauter werden die Forderungen auch in Ushuaia, die großen Antarktisschiffe zu verbieten. Billiger werden die Reisen in Zukunft also sicherlich nicht, aber vielleicht umweltverträglicher. Die großen Veranstalter sind meist Mitglieder der IAATO (International Association of Antarctic Tour Operators, die strenge ökologische Richtlinien vorschreibt. Auf der Überfahrt werden Touristen regelrecht auf umweltgerechtes Verhalten gedrillt. Tatsächlich haben erst Beschwerden von Kreuzfahrtpassagieren dafür gesorgt, dass die Basen ihren Müll jetzt nach Südamerika zurückschicken, statt ihn vor Ort zu entsorgen.

Wenn man fahren will: Im November und Dezember gibt es das meiste Eis, im Januar und Februar ist die Zeit der Pinguinbabies, im März die der Wale. Im Hochsommer (Dez/Jan) sorgt die mitternächtliche Dämmerung für traumverlorene Stimmungen. Erste Anlaufadresse in Ushuaia ist die Oficina Antártica Infuetur neben der Touristeninformation. Echte Antarktisprofis sind u. a. Antarpply.

Das chilenische Punta Arenas kompensiert die größere Entfernung zur Antarktis durch Flüge zur chilenischen Basis Frei, was besonders Passagiere mit Hang zur Seekrankheit zu schätzen wissen. Schon nach drei Stunden Flug kann man von King George Island aus im landschaftlich schönsten Teil der Antarktis mit der M/V Ocean Nova (nur maximal 68 Passagiere) und der M/V Sea Explorer (max. 71 Passagiere trotz größerer Kapazitäten) auf Kreuzfahrt gehen. Antarctica XXI in Punta Arenas bietet beispielsweise diese Kombination ab etwa US$11000 für eine Woche an.

Eine Tatsache verschweigen aber alle Veranstalter, nämlich wie streng die drei Millionen Pinguine auf King George Island riechen. Das erfährt man erst von den Rückkehrern. Diesen Gestank, sagen sie, vergisst man sein Leben nicht mehr. Aber das sieht man auf den Traumfotos nicht.

Praktische Infos

Oficina Antártica Infuetur

Ushuaia

antartica@tierradelfuego.org.ar

Antarpply

Ushuaia

www.antarpply.com

Antarctica XXI

Punta Arenas

www.antarcticaxxi.com

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